Das kleine Schwarze
An meinem kleinen Schwarzen mag ich besonders die feinen Träger und den schmalen Schnitt. Es lässt die Schultern frei, betont die Figur und reicht bis unter das Knie. Dazu trage ich schwarze Riemchenpumps und eine große Sonnenbrille. Beim Schmuck habe ich mich für diesen Look zurückgehalten. Meine Begeisterung für hohe Schuhe kennt ihr ohnehin.
Bei einem so schlichten Kleid schaue ich beim Anprobieren genau hin. Sitzen die Träger richtig? Fällt der Stoff schön? Und fühle ich mich darin wohl, wenn ich mich bewege? Gerade bei einem körpernahen Schnitt möchte ich mich auch hinsetzen und einen Abend genießen können. Ständig am Kleid herumzuzupfen würde mir die Freude daran ziemlich schnell nehmen.
Dass wir heute ganz selbstverständlich vom kleinen Schwarzen sprechen, verdanken wir wesentlich Gabrielle „Coco“ Chanel. Im Oktober 1926 stellte die amerikanische Vogue eines ihrer schwarzen Kleider aus Crêpe de Chine vor. Heuer liegt diese Veröffentlichung genau hundert Jahre zurück. Schwarz war damals stark mit Trauer und Dienstkleidung verbunden. Chanel setzte die Farbe bewusst für eine elegante Garderobe ein und trug entscheidend dazu bei, das schlichte schwarze Kleid in der Mode zu etablieren. Es ließ sich durch die Wahl der Accessoires zu unterschiedlichen Tageszeiten und Anlässen tragen.
An Chanels Arbeit gefällt mir auch ihr Anspruch, dass Frauen sich in ihrer Kleidung bewegen können sollten. Bequemlichkeit und Tragbarkeit gehörten zu den Grundgedanken ihrer Entwürfe. Das klingt heute selbstverständlich, war angesichts der damals üblichen einengenden Kleidung jedoch eine wichtige Veränderung.

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